Mittwoch, 18. Februar 2015

Momente vollkommenden Glückes

Früher habe ich mir gewünscht dumm zu sein. Ich habe mir gedacht, wenn ich dumm sei, wäre ich glücklicher. Ich dachte, wenn ich nicht wüsste, was das Leben mir zu bieten hätte, wäre ich mit dem was ich habe vollkommen zufrieden. Ich beneidete die Menschen, die meines Erachtens ein einfältiges Leben führen, und trotzdem glücklich zu sein schienen. Hartz 4, nicht Arbeiten, ein Leben vor dem Fernseher, auf der Couch, Mittag essen, Joggingpeitsche, Bier. That`s it. Vollkommende Zufriedenheit. Dauerschleife. PUNKT. Bis ans Lebensende. PUNKT.

Mittlerweile glaube ich natürlich nicht mehr daran, dass ich das so verallgemeinern sollte und darf. Auch sollte ich Abstand davon nehmen, Hartz 4 Bezieher als dumm zu bezeichnen. Ich sollte komplett davon Abstand nehmen, irgendwelche Menschen als dumm zu bezeichnen, nur weil mir deren Ideologien nicht passen oder ich sie nicht nachvollziehen kann. Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Meinung. Schwierig wird es erst, sobald andere Menschen sich davon beängstigt fühlen, aber das ist wieder ein anderes Thema, auf das ich vielleicht eines Tages zu sprechen kommen werde.

Heute möchte ich auf den Moment vollkommenden Glückes zu sprechen kommen, den ich heute mit meiner Tochter erlebt habe.

Wir saßen vor meinem alten Röhrenfernseher, der keine fünf Euro mehr wert ist, aßen vegetarische Spaghetti Bolognese, sahen Tom und Jerry und lachten.

Das wars. Das war mein Moment vollkommenden Glückes. Das Merkwürdige daran war, dass mir dieser Moment als solcher in dieser Szenerie bewusst wurde und ich mich gefragt habe, was ich all die Jahre daran so schrecklich gefunden habe und begann darüber nachzudenken, was Glück ausmacht. Wer kann Glück für sich definieren außer man selbst? Wie anmaßend war ich, das Leben anderer zu verteufeln, nur weil es nicht meiner Vorstellung von Glück entsprach. Wie unglücklich habe ich mich selbst gemacht, weil ich eine Vorstellung von Glück hatte, die nicht meiner Realität entsprach. Wie dumm ich war.

Glück liegt in jedem Moment und hat den Ursprung in uns selbst. Es ist ein Gefühl von Dankbarkeit. Dankbarkeit für das Leben, das wir führen dürfen. Mit den Menschen, die wir lieben, die wir uns um uns herum aussuchen dürfen.

Glück bedeutet für mich ein Leben der Ehrlichkeit mir selbst gegenüber.

Amen.



Samstag, 12. Oktober 2013

Ein Wortspiel von mir.

Leiden-schafft- Liebe- schafft- Leiden -schafft -Hass

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(http://de.wikipedia.org/wiki/Leidenschaft)